Integration geht nur gemeinsam

DAS ENGAGEMENT VON ABU ALI
IST UNERSETZLICH IN LÜNEBURG.

Zaki Ali Alagrmi, von den meisten Abu Ali genannt, hat bei den Interviews mit Hannan, Zaher und Essam übersetzt.
Sein Beitrag geht jedoch weit darüber hinaus.

Ali kam mit 16 Jahren in die DDR, um dort eine Ausbildung zu machen. Heute lebt er mit seiner Frau und seinen Kindern Jasmin, Fares und Jamen in Lüneburg. Seine Frau und er kennen beide Länder, Syrien und Deutschland, sie sprechen deutsch und arabisch. Alis Frau ist insbesondere für geflüchtete Frauen eine wichtige Ansprechpartnerin. Ali hilft bei Behördengängen und vielen anderen alltäglichen Dingen, auch die SozialarbeiterInnen sind auf seine Hilfe und Übersetzungen angewiesen. Die beiden setzen sich ein als erstes Bindeglied zwischen der deutschen Gesellschaft und den AsylbewerberInnen. Dabei lehnen sie keinen Anruf ab: Bei einer Unterhaltung mit Ali kommt es selten vor, dass sein Handy ruhig bleibt. Mittlerweile ist sein Engagement ein unbezahlter Full-Time Job.
Um sich über die Integration in Deutschland zu unterhalten und sich darüber auszutauschen, welche Dinge man noch nicht versteht oder was einem Sorge bereitet, organisiert Abu Ali regelmäßige Gesprächsrunden mit den Geflüchteten. Auch sie haben eine gewisse Vorstellung von der ständig von ihnen geforderten „guten Integration“. Sie kann laut Ali nur funktionieren, wenn beide Seiten aufeinander zugehen und sich die Hände reichen. Die Sprache sei der Schlüssel, um sich integrieren zu können. Man brauche aber erst mal einen freien Kopf. Es sei kaum möglich, sich auf Dinge zu fokussieren, solange man in Sorge um die Familie in der Heimat ist. Erst wenn auch die Familie in Sicherheit ist, könne man aufatmen und nach vorne blicken. Dafür sollte man Verständnis aufbringen. Aber auch die Geflüchteten sollten Verständnis und Geduld in der neuen Gesellschaft und beim Umgang mit der ungewohnten Bürokratie der Behörden haben.
Den Geflüchteten rät er, das Gute aus der deutschen Kultur, die einem zunächst so fremd erscheint, mitzunehmen und Geduld beim Lernen der Sprache zu haben. Er wünscht ihnen, dass sie stets nach vorne schauen können und dankbar dafür sind, eine Chance zum Leben bekommen zu haben.

INITIATIVEN IN LÜNEBURG
Was nun?

Categories: 1. Ausgabe 2016

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